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Einsparungsberechnung durch eine Umstellung auf synthetische Schmierstoffe

Veröffentlicht :
21.02.2016
Kategorie :
Einblicke in die Branche

Tom Dietz, Retired Global Industrial Lubricants Technical Manager, ExxonMobil Fuels & Lubricants

Wenn Unternehmen von herkömmlichen auf synthetischen Hochleistungsschmierstoff umstellen, versteht es sich von selbst, dass sie dadurch gewisse Vorteile erreichen wollen wie erhöhte Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Diese und andere mögliche Vorteile, wie Verlängerung der Ölwechselintervalle, eine höhere Energieeffizienz oder eine Verbesserung der Anlagenzuverlässigkeit, zeigen sich oft erst nach einiger Zeit.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie die Schmierstoffleistung richtig gemessen und bewertet wird, um den Produktivitätsanstieg zu dokumentieren. Nur so erhalten Sie ein aussagefähiges Gesamtbild, ob durch die Umstellung auf synthetische Schmierstoffe ihre Maschinen produkiver und ihr Unternehmen rentabler wurde.

Für die präzise Ermittlung der Vorteile nach der Umstellung, ist es wichtig, Kosten und Nutzen des Schmierstoffs über einen vergleichbaren Zeitraum zu bewerten.

Einsparungen im zeitlichen Verlauf = (Kosten für Schmierstoff A) – (Kosten für Schmierstoff B)

Folgende Aspekte sollten Sie in der Berechnung bedenken:

Vergleichen Sie Äpfel mit Äpfeln

Vergleichen Sie die Betriebskosten zweier Schmierstoffe immer für den gleichen Zeitraum. Da synthetische Schmierstoffe häufig längere Ölwechselintervalle aufweisen, ist dieser Punkt maßgeblich für die abschließende Bewertung. Hat ein Schmierstoff 50 % längere Ölwechselintervalle als der andere, sollten Sie Kosten und Vorteile jeder Technologie über den gleichen Zeitraum berechnen. Nur so können Sie die Leistung präzise bewerten.

Zum Beispiel: Im Vergleich zu einem Schmierstoff mit einem 50 Prozent längerem Ölwechselintervall, würde der ursprüngliche Schmierstoff drei Auffüll- und Wechselintervalle benötigen, während der synthetische Schmierstoff in der gleichen Zeit nur zwei benötigte.

Einschätzung der Investition

Beachten Sie bei einer Schmierstoffumstellung, dass in dem Verlauf einmalige Kosten entstehen können, die Sie in der Berechnung berücksichtigen sollten.

Zum Beispiel: Um das volle Potenzial des neuen Schmierstoffs auszuschöpfen, ist es häufig zu empfehlen, das System vollständig zu spülen oder zu reinigen. Diese Mehrkosten müssten von den Gesamteinsparungen abgezogen werden, die durch den Wechsel erzielt wurden.

Berücksichtigen Sie folgende Punkte bei der Ermittlung der Gesamtkosten:

  • Preis des Schmierstoffs und der Verbrauchsgüter: Beziehen Sie zu den Kosten des Schmierstoffs die Versandkosten jedes Produkts mit ein. Bewerten Sie die Kosten der beiden Schmierstoffe möglichst auf Grundlage der gleichen Verpackungsart. Berechnen Sie zudem die Kosten für Verschleißteile wie Filter.
  • Entsorgungskosten: Ermitteln Sie die Entsorgungskosten für den Schmierstoff im gleichen Zeitraum für jeden Testlauf und nehmen Sie diese in die Gesamtbetriebskosten mit auf.
  • Arbeitskosten: Oft werden nach einer Umstellung auf einen synthetischen Schmierstoff weniger Wartungen nötig –weniger Ölwechsel bedeuten weniger Zeitaufwand. Auch diese reduzierten Arbeitskosten sind ein Plus im Hinblick auf die Gesamtkosten und sollten in die Bewertung einfließen.

Ermittlung des Gesamt- Energieverbrauchs

Die benötigte Energie zum Betrieb der Anlage variiert zwischen den Schmierstoff-Technologien. Die Unterschiede bei der Energieeffizienz können oft kleiner als 3 % ausfallen, das erschwert die Ermittlung der Gesamtenergiekosten einer einzelnen Anwendung. Es ist daher wichtig, diese Werte unter kontrollierten Bedingungen zu ermitteln. Während des gesamten Testzeitraums müssen Gegebenheiten wie Umgebungstemperatur und Feuchtigkeitsgrad gleich sein.

Im Labor testen wir die Effizienz in der Regel mehrmals und vergleichen die Werte um auszuwerten, ob es zwischen den Versuchen Abweichungen gibt. Unterscheiden sich die Ergebnisse beim selben Schmierstoff deutlich, erfassen wir zusätzliche Daten, um den gesamten Energieverbrauch der Schmierstoffe zu ermitteln.

Fällt der Energieverbrauch niedriger aus, sind im gleichen Verhältnis aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Emissionen zurückgegangen. Das führt zu weiteren Kostenvorteilen. Bei ExxonMobil bewerten wir derzeit den Wert von Emissionsrückgängen mit geschätzten 28 EUR (30$) pro reduzierter Tonne CO2.

Wir hoffen, Sie können mit oben genannten Methoden in Ihrem Werk mit einer Schmierstoffumstellung ähnliche Vorteile feststellen. Fragen Sie Ihren ExxonMobil Feldingenieur gerne nach Unterstützung für Ihre Untersuchungen.

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